Unsere Veranstaltungen informieren Sie!

Der Austausch zwischen Politik, Behörden und Privatwirtschaft über Risiken, Abwehrmaßnahmen und Sensibilisierungsstrategien für die deutsche Wirtschaft muss verstärkt werden. Für dieses Ziel richtet der ASW Nord hochkarätige Veranstaltungen aus und ist überall dort vertreten, wo die Sicherheitsbranche zusammenkommt. Kommen auch Sie!

Veranstaltungen der ASW Nord

07. März 2019 , NBS Hamburg

Voller Erfolg: Das Networking-Event "Forum Sicherheit" an der NBS

Die Veranstaltung wurde durch den Rektor der NBS, Prof. Dr.-Ing. Uwe Här, eröffnet, welcher in seiner Ansprache insbesondere auf die Potentiale der Sicherheitsforschung durch gemeinsame Projekte von Unternehmen und Hochschule hinwies. Er forderte die Teilnehmer auf, Forschungsideen aktiv an die NBS heranzutragen.
In seinem Grußwort thematisierte der Leitende Polizeidirektor Thomas Model, Leiter der Akademie der Polizei Hamburg, die durch Digitalisierung und gesellschaftliche Veränderungen ausgelösten Herausforderungen für Organisationen der Sicherheitswirtschaft, darunter auch die der Polizei. Dabei skizzierte er mögliche Auswirkungen auf die Themenfelder Führung und Personalmanagement und betonte dabei, dass eine Veränderung mit Augenmaß notwendig sei, die die originären Aufgaben der Polizei nicht vernachlässige.
Im ersten Fachvortrag stellte Prof. Dr. Daniel Zerbin, Professor für Kriminalwissenschaften an der NBS, die Notwendigkeit dar, nach dem Vorbild behördlicher Organisationen mit Sicherheitsaufgaben auch für das private Sicherheitsgewerbe einen systematischen und standardisierten Entscheidungsprozess zu entwickeln. Dadurch könne nicht nur die Qualität von Entscheidungen und die Wahrnehmung von Verantwortung, sondern auch die Zusammenarbeit mit Behörden verbessert werden.

Er wies in diesem Zusammenhang auch auf die Durchführung der diesjährigen CONRIS-Summerschool an der NBS hin, bei der diese Entscheidungsprozesse im Rahmen einer Krisenstabsübung vermittelt werden. An dieser europäischen Tagung wird die ASW Norddeutschland mit einem  Beobachter zugegen sein.

Im Anschluss stellte Herr Oliver Sudbrink, Risk Management Adviser bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Aufgaben und Strukturen des Sicherheitsrisikomanagements bei der GIZ vor. Dabei ging er vor allem auch auf die Herausforderungen für das Sicherheitsmanagement in der internationalen Zusammenarbeit ein und zeigte den anwesenden Studierenden und Alumni des Studiengangs Sicherheitsmanagement Karriereperspektiven auf, die sich in diesem Feld für Sicherheitsmanager ergeben.
Der dritte Vortrag des Programms gliederte sich ebenfalls in einen internationalen Kontext ein: Herr Felix Timtschenko, Mitbegründer der Fachwerkstatt Sicherheit, schilderte eindrücklich seine Erfahrungen als verantwortlicher Sicherheitsmanager zum Zeitpunkt der politischen Umwälzungen in der Ukraine und den damit einhergehenden, weithin als Beispiel für hybride Kriegführung bezeichneten, Ereignissen. Gute Vorbereitung, aber auch entschlossenes Handeln, seien dabei die wesentlichen Erfolgsfaktoren gewesen.
Der Abschluss der Vortragsreihe bildete Nils Retkowski, Senior Security Advisor der Maersk-Reederei, mit einem Überblick über aktuelle Sicherheitsrisiken aus der Sicht einer Reederei. Neben der Piraterie in verschiedenen Weltregionen benannte er hierbei außerdem Schmuggel, Diebstahl sowie die illegale Mitreise und zeigte die unterschiedlichen Möglichkeiten für Gegenmaßnahmen unter Berücksichtigung der jeweiligen Rahmenbedingungen auf. Eine künftige wirkungsvolle Risikominimierung erfordere aber sowohl neue technische, organisatorische und prozessuale Lösungen, die idealerweise im Zusammenwirken zwischen Praxis und akademischer Forschung, zu finden seien.

Die NBS, allen voran Initiator Prof. Dr. André Röhl, zeigte sich sehr zufrieden über den sichtlichen Erfolg des Networking-Events. Das nächste "Forum Sicherheit" wird im Frühjahr des Jahres 2020 stattfinden. Interessenten können sich unter markus@nbs.de gerne jederzeit auf die Einladungsliste setzen lassen.


 

07. März 2019 , NBS Hamburg

Voller Erfolg: Das Networking-Event "Forum Sicherheit" an der NBS

Zum vierten Mal fand am 27. Februar 2019 im Studienzentrum Quarree der Northern Business School (NBS) das "Forum Sicherheit" statt. Über 80 Gäste , überwiegend aus der Sicherheitswirtschaft, waren der Einladung von Prof. Dr. André Röhl, Studiengangsleiter Sicherheitsmanagement (B.A.) an der NBS, gefolgt. Geboten wurden nicht nur spannende und thematisch abwechslungsreiche Fachvorträge, sondern auch die Gelegenheit zum Kennenlernen und fachlichen Austausch mit Studierenden, Wissenschaftlern und Praxisvertretern. Hier der Rückblick der Tagung:

 

17. Januar 2019 , ASW-Bundesverband

Workshop: Cybercrime - Prävention - Training

Unser Bundesverband ASW/Berlin veranstaltet in verschiedenen Städten, so auch in Hamburg, das Seminar "Cybercrime- Workshop".

Der Workshop zeigt am Beispiel eines typischen Arbeitstages eines Mitarbeiters, welche Cybergefahren im Produktionsumfeld drohen.
Inklusive Livehacking, Lösungsvorschlägen und Handlungsempfehlungen.

Zielgruppe:
Verantwortliche und Mitarbeiter in den Bereichen IT-/OT- und Cyber-Security sowie Administratoren.

Termine:
17.01.2019 in Hamburg
05.02.2019 in Düsseldorf
19.02.2019 in Stuttgart
10.04.2019 in München

Kosten:
400,00 Euro zzgl. MwSt.

Nähere Infos erhalten Sie unter diesem Link:

https://asw-bundesverband.de/termine/

PDF zu näheren Infos und Anmeldung

 

17. Januar 2019 , ASW-Bundesverband

Workshop: Cybercrime - Prävention - Training

Unser Bundesverband ASW/Berlin veranstaltet in verschiedenen Städten, so auch in Hamburg, das Seminar "Cybercrime- Workshop".

 

27. Oktober 2018 , Hamburg, ASWN und Akademie der Polizei Hamburg

Tagungsrückblick: Erfolgreiche Erstveranstaltung Hamburger Sicherheitsrechtstag

Rund 200 Gäste, unter ihnen Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident der Freien und Hansestadt Hamburg, trafen sich am 16. Oktober 2018 zum 1. Hamburger Sicherheitsrechtstag im Polizeipräsidium Hamburg. Eingeladen hatte die Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg, dort speziell die Forschungsstelle Europäisches und Deutsches Sicherheitsrecht (FEDS), der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg und der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland (ASWN).

Anlass der Tagung war die im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und der SPD angekündigte Neuregelung des gesetzlichen Rahmens des privaten Sicherheitsgewerbes. Die Veranstalter nannten es in der Einladung als ein wichtiges Schnittstellenthema zwischen Staat, Privat, Politik und Wissenschaft.


Das zentrale Thema der Tagung wurde im ersten Grußwort von Bernd Krösser, Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, Bereich Inneres, Hamburg, intensiv behandelt. Er zeigte bewährte Kooperationen zwischen Polizei und privatem Sicherheitsgewerbe z. B. im ÖPNV, beim Veranstaltungsschutz oder in Flüchtlingsheimen auf wie auch das Kernproblem, wieviel Sicherheit der Staat gewährleisten müsse. Krösser entwickelte Gedankenanregungen dazu, welches gesellschaftliche Erfordernis es für eine gesetzliche Regelung gäbe und ging zudem noch auf verfassungsrechtliche Fragen ein. »Die Politik in Hamburg habe die Forderung der Sicherheitswirtschaft nach einer eigenen Gesetzesgrundlage gehört« so Krösser.


Sodann begrüßte Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des BDSW, die Gäste mit einer Darstellung der Entwicklung des privaten Sicherheitsgewerbes in den letzten 20 Jahren, die auch die Einforderung an die Wirtschaft, Eigenvorsorge zu betreiben, berücksichtigte. Mit seiner These: »Sicherheit ist eine gesamtstaatliche Aufgabe« betonte Olschok mit Stolz, dass es mittlerweile in 12 Bundesländern Kooperationsvereinbarungen zwischen den Polizeibehörden und der Sicherheitswirtschaft gäbe.


Thomas Model, Leitender Polizeidirektor und Leiter der Akademie der Polizei Hamburg beschrieb die Akademie als Bildungseinrichtung und zugleich als Wachstumsunternehmen mit dem zukunftsweisenden Blick der »Trias von Lehre, Forschung und Beratung der Polizei«: Der 1. Hamburger Sicherheitsrechtstag läute als Tagungspremiere eine neue Tradition ein, gepaart mit dem Auftrag, jetzt die Zukunft auch mit Forschungsprojekten zu gestalten.


Im anschließenden zweiten Teil der Tagung wurde die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigte Neuregelung des privaten Sicherheitsgewerbes aus rechtspolitischer und rechtswissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Den Auftakt lieferte der Beitrag von Gregor Lehnert, Präsident des BDSW, der ein Lagebild mit Analyse von Daten und Fakten zum privaten Sicherheitsgewerbe zeichnete, dieses auch unter einer kritischen Würdigung des praktizierten Vergaberechts, das er für optimierungsfähig hielt. Gregor Lehnert in seiner ehrlichen Bestandsaufnahme: »Die Forderungen der Sicherheitswirtschaft sind der Politik seit langem bekannt, aber die Bund-Länderkommission AK II will die Sicherheitsbranche nicht aufwerten«. Und weiter: »Das Versprechen der Politik, eine gemeinsame Basis zu schaffen, wurden bisher nicht umgesetzt. « Lehnert räumte ein, dass der Zustand der Branche nicht gut sei: zu wenig Personal und keine Wertschätzung der Arbeit des Sicherheitspersonals in der Gesellschaft. Als kontraproduktiv bezeichnete er die Vergabe von Sicherheitsdienstleistungen durch die öffentliche Hand. Hier treten allzu  häufig die Qualitätskriterien nach DIN 77200 hinter den Preis zurück oder kommen nicht zur Anwendung und der billigste Anbieter erhält den Zuschlag.


Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rolf Stober, em. o. Professor an der Universität Hamburg und damaliger Leiter der Forschungsstelle Sicherheitsgewerbe der Universität Hamburg (FORSI), stellte in seinem Impulsreferat heraus, dass das heutige Thema schon beim 1. Hamburger Sicherheitsgewerberechtstag im Jahre 2000 Gegenstand seiner universitären Forschung war, nannte den Titel des seinerzeit dazu erschienenen Tagungsbandes, zeigte die diversen Schwierigkeiten, die eine gesetzliche Vollkodifikation auch derzeit mit sich bringen würde, auf und sah zugleich die Lösungen am Horizont wie z. B. das gesetzgeberische Instrumentarium einer sog. Experimentierklausel, welches auch in diesem Fall zum Tragen kommen könnte. „Das Sicherheitsgewerbe ist eine Säule der inneren Sicherheitsarchitektur und auch eine Säule der Rechtstaatlichkeit. « so Stober. »Es ist eine Katastrophe – von der Politik kommt keine Initiative, sondern nur Zitate. Ich wünsche mir in einer konzertierten Aktion einen Sicherheitswirtschaftsgipfel«.


Prof. Dr. Sven Eisenmenger, Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg, ebenso Forscher an der FEDS, hob in seinem anschließenden Beitrag hervor, dass eine Neuregelung des Sicherheitsgewerberechts in einem neuen, gesonderten Gesetz gut argumentierbar sei. Zugleich lenkte er die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf eine vorige notwendige verfassungsrechtliche Prüfung z. B. bezogen auf Art. 12 Abs. 1 GG und Art. 3 Abs. 1 GG, auf die diesbezüglichen Spielräume und Fragen. Er plädierte außerdem für eine Regelung näherer Details in einer Rechtsverordnung. »Das Bewachungsregister muss transparenter werden, wie z.B. in der Versicherungs- und Finanzbranche«.


Der Teilnehmer am Gesetzgebungsverfahren für das Bewachungsregister, Rene Land vom Gewerbeamt Cottbus, sprach sich für eine Beibehaltung der gesetzlichen Aufsicht durch die Wirtschaftsministerien aus. Er forderte jedoch eine dynamische Entwicklung und Festlegung des Gewerberechts in der Gewerbeordnung sowie eine Ausweitung der Qualitätsstandards in der Ausbildung.
Dem schloss sich der Justiziar der Handelskammer Hamburg, Christian Graf, an. Er plädierte für die Beibehaltung der Qualitätssicherung durch eine neutrale Stelle, sie sollte nicht den Ausbildungsbetrieben übertragen werden. An die Gewerbeämter richtete der die Forderung, dass im Zulassungsverfahren nur Originalurkunden akzeptiert werden sollten. Die Handelskammer Hamburg habe im Jahr 2018 bereits 77 Fälle von Urkundenfälschungen zur Anzeige gebracht.


Aus Unternehmersicht warnte Carsten Klauer, Stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Hamburg des BDSW und Geschäftsführer der POWER-Gruppe vor einer Überregulierung. Klauer sagte: »Eine verschärfte Regelung werde Ausweichreaktionen hervorrufen. « Als Beispiele nannte er die Einführung von unternehmenseigenen Ordnern, Ladendetektiven und Türstehern ohne Ausbildung.
In der anschließenden Diskussion unter Dr. Berthold Stoppelkamp, Leiter des Hauptstadtbüros des BDSW, standen die rechtliche Ausgestaltung der Kooperationsformen wie auch abermals deren wissenschaftliche Begleitung im Vordergrund, zudem Fragen rund um die Zuverlässigkeit und nötige wie mögliche Qualifizierung des privaten Sicherheitsgewerbes, dies erneut unter Berücksichtigung vergaberechtlicher Aspekte.


In seinem Schlusswort fasste Prof. Dr. Sven Eisenmenger die Themen inhaltlich zusammen und wies auf den kommenden Tagungsband hin, der mit den Beiträgen des 1. Hamburger Sicherheitsrechtstages erscheinen werde. Er verblieb in Vorfreude auf die weiteren Hamburger Sicherheitsrechtstage und dankte allen Gästen sowie Mitwirkenden der Tagung.



 

27. Oktober 2018 , Hamburg, ASWN und Akademie der Polizei Hamburg

Tagungsrückblick: Erfolgreiche Erstveranstaltung Hamburger Sicherheitsrechtstag

Zentrales Thema: »Stärkung der inneren Sicherheit durch Neuregelung des Sicherheitsgewerberechts? « Anforderungen an eine gesetzliche Grundlage aus Sicht von Polizei, Sicherheitsbranche, Kammern und Wissenschaft.

Die Untätigkeit der Bundespolitik zu diesem Thema wurde beklagt.

 

06. Oktober 2018

Tagungsrückblick: Eindrucksvolle Tagung zum Thema „Ladungsdiebstahl auf der Straße“ in Hamburg.

Viele Jahre konnte die Wirtschaft in Sachen Ladungsdiebstahl mit keinerlei Unterstützung der Sicherheitsbehörden rechnen. Auf dem im Juli 2018 offiziell gestarteten EU- und Polizeiprojekt „Cargo“ liegen große Hoffnungen: Hauptziel ist es, grenzüberschreitende organisierte Kriminalität mit dem Schwerpunkt „Ladungsdiebstahl durch Planenschlitzen“ möglichst nachhaltig zu bekämpfen. Projektleiter Guido Sünnemann vom Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt bekommt nun auch auf politischer Ebene mehr Unterstützung. Die Logistikinitiative Hamburg und die ASW Norddeutschland präsentierten am 12. September nach Meinung von Fachleuten eine spannende  Fachtagung, die von Dieter Bode (ASWN) und Ralf Dettmann (LIHH) humorvorvoll  moderiert wurde.


Die Cargo-Polizisten greifen ein


Erich Schmid, der als Vertreter des Bundesverkehrsministeriums aus Berlin angereist war, hatte gute Nachrichten im Gepäck: Auf der Konferenz der Verkehrs- und Straßenbauabteilungsleiter der Bundesländer in Erfurt gab es auf Initiative des Bundesverkehrsministeriums den neuen Tagesordnungspunkt „Maßnahmen gegen Ladungsdiebstahl im Straßengüterverkehr“. „Diese Konferenz dient der Vorbereitung der nächsten Verkehrsministerkonferenz der Länder im Oktober. Die Vorsitzenden beider Gremien werden die Verkehrsministerkonferenz selbst, aber auch jeweils die Runde der Innen- und der Justizminister ersuchen, sich mit dem Thema zu befassen und einen stetigen Austausch in Gang zu setzen“ verkündete Schmid. Die drei Fachministerkonferenzen hätten zudem bereits auf Arbeitsebene signalisiert, sich des Themas Ladungsdiebstahl anzunehmen. „Verkehrsminister Andreas Scheuer ist an diesem Thema sehr interessiert. Im ersten Schritt wird die TAPA eine Aufklärungsinitiative für die Transportbranche mit einer Webseite sowie einer eigens entwickelten App starten“ so Schmid.


Bei der Veranstaltung in Hamburg zeichnete Sünnemann ein selbstkritisches Bild, sprach von hochprofessionellen Tätern, aber auch von einem Projekt, das das Zeug hat, ein Erfolg zu werden. Demnach sei die Auftaktveranstaltung mit allen nationalen und internationalen Partnern des Projekts Anfang September im niederländischen Den Haag gut verlaufen. Die internationale Zusammenarbeit, vor allem mit den polnischen Behörden, gilt bei dem Projekt als immens wichtig und ist durch Fördermittel der europäischen Polizeiorganisation Europol von rund 1 Mio. EUR in den kommenden zwei Jahren auch finanziell abgesichert. Sünnemann sagte zu, das der Ladungsdiebstahl in der polizeilichen Statistik (PKS) zukünftig erfasst und das Formular einer Kurzanzeige in 12 Sprachen eingeführt werde sowie bei Versuchstaten die Weiterfahrt mit einer nachträglichen dokumentarischen Strafanzeige ermöglicht werde. Damit sind offensichtlich Forderungen der ASW Norddeutschland aus dem Frühjahr erfüllt.


Hochburg der Mafia


Die Fallzahlen seien nach wie vor überall steigend, musste Sünnemann jedoch einräumen. Die Täter kämen fast alle aus Polen. Die Männer haben ihren Ursprung vor allem in der polnischen Stadt Gorzow (Landsberg), rund 80 km nordöstlich von Frankfurt/Oder gelegen. „Wir haben inzwischen weit mehr als 100 Tatverdächtige in unserer Datenbank. 99 Prozent davon kommen aus Gorzow und Umgebung und sind 30 Jahre und jünger. Und das ist seit 10 bis 15 Jahren so.“ Sünnemann spricht von Festnahmen in Sachsen-Anhalt, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Denn für Sünnemann steht fest: Die Ermittler haben es mit organisierter Kriminalität, also Strukturen einer polnischen Mafia zu tun. Die polnischen Behörden haben kein ausgeprägtes Interesse an Täterermittlungen, da sich die Taten in Deutschland ereignet haben. Sünnemann sagte wörtlich: „Wir haben es wohl mit geduldeter Kriminalität in Polen zu tun!“
Die Drahtzieher hätten überhaupt keine Probleme, Diebe zu rekrutieren. Banden von sechs bis acht Personen schwärmten jede Nacht nach Deutschland aus zum Planenschlitzen. „In Polen bekommt jeder von ihnen 1000 EUR, wenn sie mit einer Beute zurückkehren.“ Zum Vergleich: Der Durchschnittslohn in Polen liegt etwa bei 950 EUR, allerdings pro Monat.


Verkauf auf Online-Marktplätzen – Einsatz von Funkstörern


Bevor die Täter etwas stehlen, klären sie meist über Messenger-Dienste, inwieweit es für die ins Visier genommenen Produkte einen Bedarf gibt. Sünnemann: „Sie fahren nicht mit Waren zurück, die sie in Polen nicht loswerden.“ Sie haben es vor allem auf Elektronikprodukte wie Fernseher oder auch Smartphones abgesehen. Sie stehlen aber auch Spielzeug, Kosmetika, Werkzeug, E-Bikes oder Nahrungsmittel. Das Diebesgut tauche auf allen möglichen Verkaufskanälen im Internet auf. Sünnemann nannte explizit Plattformen wie Ebay, Alibaba sowie Amazon.
Jede Nacht seien die Banden in Deutschland unterwegs. Planenschlitzen sei in Polen nicht nur eine seit vielen Jahren etablierte, sondern auch eine geduldete Kriminalität – ähnlich wie der Autodiebstahl. Sünnemann spricht von einer austauschbaren Arbeitsebene, die meist keine Spuren hinterlasse. Die Diebe nutzten Störsender, sogenannte Jammer. Diese Geräte unterdrücken sämtliche Funksignale auf einem Parkplatz und stören somit Handys, den Polizeifunk, GSM-Funksignale, Alarmanlagen und auch Alarmplanen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass es eine Arbeitsebene gibt, eine organisatorische/logistische Ebene und darüber die Bosse, die das große Geld verdienen und dieses – ganz im Stil einer Mafia – wieder investieren. Die Bosse seien zum Teil bereits identifiziert. An sie heranzukommen sei das eigentliche Ziel des Projekts, erklärt Sünnemann.


Diebesgut der Straftat zuordnen


Doch das soll sich ändern. Ein Vorteil aus Polizeisicht in Polen: Wenn auch nur eine Position in einem Lager als Diebesgut identifiziert ist, dann gilt der Rest ebenfalls als gestohlen. Daher wird künftig bei der Spurensicherung am Tatort in Deutschland der Rest der Ladung fotografiert und als Referenzobjekt erfasst. So können die Kollegen in Polen später feststellen, inwieweit Waren einer Straftat in Deutschland zuzuordnen sind. Oder aber es wird der Quellcode in Polen erfasst und dann über die Transportsicherheitsvereinigung Tapa oder die europäische Polizeiorganisation Europol binnen weniger Stunden die Sendung zurückverfolgt. So lautet Sünnemann zufolge zumindest das Ziel.
Informationen filtern, erfassen und auswerten
Die Vernetzung der nationalen und internationalen Behörden sei jetzt das A und O. „Was wir wissen, müssen wir auch weitersagen“, betont Sünnemann. Es wird nun international gemeinsame Ermittlungsgruppen geben. Es werden europaweit Aktions- und Kontrolltage initiiert. Alles was mit Ladungsdiebstahl zu tun hat, wird gefiltert, in Dateien erfasst und zentral ausgewertet“, verspricht Sünnemann.. „Die Bosse dieser Mafiastrukturen seien zum Teil bereits identifiziert. An sie heranzukommen sei das eigentliche Ziel des Projekts“, erklärt Sünnemann.
Fakt ist allerdings auch: Die Polizei wird das Problem letztlich nicht allein lösen können. Deshalb spricht Sünnemann stets von einem Gesamtansatz, der nötig sei. „Andere müssen dafür sorgen, dass die Parkplätze sicherer werden oder dass die LKW genügend Abstellflächen haben.“ Es könnten zudem geeignete Alarm- und Kamerasysteme entwickelt werden. „Wir sind bereit, jedem die Hand zu geben, der unterstützen will!“, betont Sünnemann.


Ermittlungserfolg der Polizei Hamm


Wie polizeiliche Ermittlungsarbeit beim Ladungsdiebstahl vor Ort aussieht, schilderte Matthias Struhkamp vom Polizeipräsidium Hamm/NRW in einem zweiten Vortrag. Mit Professionalität, hartnäckiger und leidenschaftlicher Ermittlungsarbeit konnten seine Mitarbeiter einen spektakulären Ermittlungserfolg verbuchen. Nach einer 10-fachen Steigerung auf über 400 Fallzahlen im Raum der BAB 2 war Handeln angesagt: durch eine konsequente Überwachung und Kontrolle von verdächtigen Fahrzeugen, qualifizierte Tatortarbeit und lückenlose Auswertung der Funkzellendaten an den Tatorten konnte eine Bande von bislang fünf rumänischen Staatsbürgern, die alle aus Duisburg-Marxloh stammen, verhaftet werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Struhkamp bat die Transportbranche und Spediteure um aussagekräftige Ladungspapiere zu den Produktbeschreibungen, Anzahl der Ladungen sowie Chargennummern.


Präventionsstrategien der Transportversicherer


Björn Kupfer vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtete im dritten Vortrag über die Risiken in der Transportbranche. Am größten ist es bei Zwischenstopps auf Rastplätzen, 30 Prozent des Risikos trägt der Versender, 70 Prozent der Empfänger. Wie schon die Vorredner nannten wird alles gestohlen, was zu Geld gemacht werden kann. Kupfer berichtete von gestohlenen Ladungen mit 20 Tonnen Schokolade sowie 30 Tonnen Saftgetränken. Als Präventionsstrategien empfiehlt der GDV: Globaler Industrie Standard FSR der TAPA, gesicherte Lkw-Parkplätze, Erhöhung der Sicherheit in der Spedition (SAFE) und vertrauenswürdige Straßengüterverkehrsunternehmen (Trusted Carrier). Kupfer wies auf die Bedeutung der Transportversicherungen und Prävention in den vertraglichen Beziehungen zwischen Hersteller, Transporteuren und Empfänger hin. Dies betreffe die sorgfältige Organisation und Planung des Logistiktransports.


Die 4-jährige Mitwirkung der ASW Norddeutschland und des ASW Bundesverbandes an Forderungen der Arbeitsgemeinschaft „Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik“ in Richtung der Akteure für innere Sicherheit tragen erste Früchte. Darauf darf man mit Recht stolz sein.


 Klaus Kapinos

 

06. Oktober 2018

Tagungsrückblick: Eindrucksvolle Tagung zum Thema „Ladungsdiebstahl auf der Straße“ in Hamburg.

Nun steht es fest: Polnische Mafia für Milliardenschäden beim „Planenschlitzen“ verantwortlich. Forderungen der ASW Norddeutschland werden erfüllt.

 

Termin auf Anfrage

Lastminute „Workshop Incident Management“ im Hotel Atlantic

Sonderkonditionen für Mitglieder. Teilnahmegebühr: 690,00 €

Rufen Sie uns an.

Oder direkt:  http://www.fachwerkstatt-sicherheit.de/

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Termin auf Anfrage

Lastminute „Workshop Incident Management“ im Hotel Atlantic

Sonderkonditionen für Mitglieder. Teilnahmegebühr: 690,00 €

Rufen Sie uns an.

Oder direkt:  http://www.fachwerkstatt-sicherheit.de/

Weitere...

 

Ihre persönlichen Angaben

Veranstaltungsanmeldung ASW Nord

Kontaktdaten

Rechnungsdaten (falls abweichend)

nach oben